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Wir sind zurück!!!

Angela Crameri 02.05.2014

Wir sind zurück!!!

Das Damen 1 steigt dank seinem willensstarken Auftritt am Aufstiegsturnier vom Sonntag in die erste Liga auf und realisiert damit alle seine Saisonziele: Regionalmeister,  Aargauer Cupsieger und Wiederaufstieg in die erste Liga

Das Aufstiegsturnier vom letzten Sonntag prangte schon lange fett geschrieben in den Terminkalendern der Spielerinnen. Folglich nahm man die Vorbereitung ziemlich ernst und reiste schon am Vorabend nach Yverdon-les-Bains, um ausgeruht ins Turnier zu starten.

Der Modus

Die sieben Regionalmeister kämpften innerhalb einer Dreier- und einer Vierergruppe um den Gruppensieg, mit welchem das Ticket für den Aufstieg gesichert war. Die Gruppenzweiten mussten zum Ende des Turniers um den dritten und letzten Aufstiegsplatz kämpfen.

Ebenbürtiger Gegner

Die mentale Vorbereitung begann schon nach dem Frühstück mit dem lockeren Morgenbummel, bei welchem die aufkeimende Nervosität sofort vergessen wurde. Anschliessend, in der Garderobe, machte sich das Damen 1 über wichtige Punkte Gedanken und fasste diese kreativ in Worte, Schrift und Zeichnungen.

Stimmung, Köpfchen und Muskeln waren also auf Hochtouren, als die erste Partie gegen den DHB Rotweiss Thun startete und der BSC tat gut daran, sich so gut vorbereitet zu haben. Die Bernerinnen erwiesen sich als harter Brocken. Sie agierten in der Defensive knallhart und spielten ihre Offensive schnell und geschickt aus. Die Siggenthalerinnen kämpften um jeden Ball und packten ihrerseits ebenfalls aggressiv zu. Dadurch entwickelte sich ein hartumkämpftes Match, in welchem sich kein Team absetzen konnte. Bedauerlicherweise brach sich Ria Estermann bei einem unglücklichen Aufeinandertreffen mit dem Gegner den Mittelhandknochen und fiel für die restlichen Spiele aus. Trotz diesem herben Rückschlag gaben die Siggenthalerinnen noch lange nicht klein bei. Zum Seitenwechsel nach 22 Minuten lag man lediglich ein Tor zurück.

Auch nach der kurzen Pause blieb es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kurz vor Ende kassierte das Damen 1 eine 2-Minutenstrafe und musste den Bernerinnen den Ausgleich zugestehen. Es war in der letzten Spielminute, als man den Ball im Angriff verlor und durch ein taktisches Foul eine zweite Zeitstrafe hinnehmen musste. Danach wurde es haarsträubend spannend; die Siggenthalerinnen kämpften wie Löwinnen in doppelter Unterzahl, um den Sieg nicht in letzter Sekunde aus den Händen zu geben und wurden für ihre Hartnäckigkeit mit einem 17:17 belohnt.

Klare Dominanz

Nach dem Remis rekapitulierte das Damen 1 seine Leistung und setzte sich fürs nächste Spiel neue Ziele: Die Verteidigung sollte noch standfester sein und das Tempospiel mehr forciert werden.

Die SG Zürisee konnte von Beginn weg dominiert werden. Mit einer beinah undurchlässigen Verteidigungswand stellte man die Gegnerinnen vor eine unlösbare Aufgabe. Die Zürcherinnen erzielten in der ersten Halbzeit gerade mal vier Tore, mussten aber ihrerseits zahlreich einstecken.

Obwohl der Spielausgang schon früh auf der Hand lag, traten die Damen weiterhin aufs Gaspedal. Schliesslich brauchte man nach dem Gleichstand der ersten Partie möglichst viele Punkte auf dem Torekonto, um am Ende als Gruppensieger hervorzugehen. Die Motivation war gross, aber die Damen vergaben zu viele Torchancen und Siebenmeter und verpassten dadurch eine Steigerung in der zweiten Halbzeit. Zum Schlusspfiff distanzierte man die Kantonsnachbarn mit 23:9 auf 14 Tore.

Pleiten, Pech und Pannen

Ob 14 Tore Unterschied reichten, sollte sich noch zeigen. Dem Damen 1 blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, was Thun spielen würde und musste sich mental schon auf ein mögliches Entscheidungsspiel einstellen.

Die erste Halbzeit des Aufeinandertreffens der Gruppenkonkurrenten schauten sich die Damen gemeinsam an und sie verhiess nichts Gutes. Zur Pause lagen die Zürcherinnen deutlicher im Rückstand als im Spiel gegen den BSC. Also begann das Damen 1 mit dem Aufwärmen für das Entscheidungsspiel. Nach fünf Minuten musste man aber abbrechen, da der Coach des Entscheidungsspielgegners, dem HC Goldach/Rorschach, regelkonform eine halbe Stunde Pause bis Anpfiff forderte. Infolgedessen begaben sich die Spielerinnen wieder auf die Tribüne und wurden Zeugen des Unfassbaren: Die Bernerinnen verloren ihre Contenance und begingen viele Fehler, was den Zürcherinnen zu Tormöglichkeiten verhalf und mit einem letzten Treffer, gleichzeitig mit der Schlusssirene, zum 23:9 gipfelte. Gleichstand! Was nun? Da Punkte- und Tore-Gleichheit herrschte, musste tatsächlich das Münzlos über den Direktaufstieg entscheiden!

Die Siggenthalerinnen wählten leider die falsche Seite der Münze und so waren es die Thunerinnen, die am Ende jubelten. Emotion pur!

Und jetzt erst recht!

Der bittere Nachgeschmack blieb nur kurz haften, denn die Damen fokussierten sich schnell auf die folgende Aufgabe: Alles oder Nichts! Wenigstens stand ihnen nun eine Hallenhälfte fürs Warm-Up zur Verfügung und die Willensstärke stäubte schon beim Vorbereiten Funken.

Hochmotiviert und überzeugt, bis aufs Letzte für das Saisonziel zu kämpfen, startete der BSC nach Anpfiff zum ersten Torerfolg. In den ersten Minuten spielten beide Teams auf Augenhöhe und gönnten sich kaum etwas. Die Ostschweizerinnen begannen mit einer 6:0 Abwehr, aber die Siggenthalerinnen platzierten wunderbare Würfe aus zweiter Reihe und zwangen die Gegner zur Umstellung auf ein 5:1. Das offerierte den schnellen Spielerinnen des BSC, die noch mehr Saft in den Beinen hatten als die SG (welche ein Spiel mehr absolviert hatte), gute Chancen, die individuellen Stärken einzusetzen und mittels schnellem Spiel und Täuschungen zum Torerfolg zu kommen. Fortan konnten sich die Damen immer mehr absetzen. Ein Löwenanteil daran trug die extrem solide und aggressive Abwehrreihe und die lautstarke Bank. Ein komfortabler Vorsprung von sechs Toren zum Seitenwechsel war die Konsequenz.

„Weiterkämpfen!“, war die Devise und daran hielt das Damen 1 fest. Zwar bekundete man in der Offensive mehr Mühe, da die Ostschweizerinnen cleverer agierten als zuvor, aber stellte hinten weiterhin eine Verteidigungsmauer auf, an der die Gegnerinnen abklatschten. Und wurde diese dennoch durchbrochen, entschärfte die hervorragende Silja Mützenberg mit ihren Paraden das Geschehen. Der BSC hielt den Vorsprung bis Spielende und siegte deutlich wie auch verdient mit 22:15.

Überglücklich feierte das Damen 1 auf dem Feld und in der Garderobe ausgelassen den Aufstieg: 

Wir sind zurück in der dritthöchsten Liga!!!