> Zurück

FU17I Aufstieg! Kleider machen Leute oder Trikots machen Elitespielerinnen!

Monika Naprstek 21.05.2014
Mit druckfrischen Trikots gelang der Handball Spielgemeinschaft Wasserschloss am vergangenen Wochenende der gleichzeitige Aufstieg in die FU17 und FU19 Elite der 10 besten Teams der Schweiz. Erwähnenswert ist auch das jüngste Wasserschloss-Team, die FU15, welche nächste Saison ebenfalls in der Eliteklasse debütieren wird, den Aufstieg aber bereits vorzeitig Qualifikationsturnier erreicht hatte. Die FU17 in Wettingen und FU19 in Gland/VD hatten am Samstag Qualifikationsturniere zu bestreiten.
 
Turnierbericht Juniorinnen FU17
 
Beeindruckende Vorstellung
 
Der FU17 stand für die Elitequalifikation harte Konkurrenz gegenüber. Für vier freie Plätze hatten sich zehn Teams beworben, darunter namhafte Vereine, die Aufgrund der Reduktion der Liga von 12 auf 10 Teams, ebenfalls über die Qualifikation mussten.
 
Die Juniorinnen der HSG Wasserschloss hatten sich ein Jahr lang sehr intensiv und gezielt auf diesen Tag vorbereitet und hinter den Kulissen wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, dem Team ein optimales Umfeld zu gestalten.
 
So gelang es, das Aufstiegsturnier in die eigene Halle zu holen, was bereits der erste Punktgewinn war. Sämtliche Eltern, Geschwister, Freunde und Partnervereine halfen vor Ort bei der Durchführung des Turniers und trieben das Team mit Pauken (Danke TV Endingen!), Trompeten und Spruchgesängen zu Höchstleistungen an.
 
Zuvor traf sich das Team im Haus der Familie Brunner im nahen Würenlos zum gemeinsamen Brunch. Die richtige Ernährung und das gemütliche Zusammensein stellte einen guten Einstieg dar. Der Höhepunkt der Vorbereitung war jedoch die Präsentation, der in geheimer Mission organisierten, neuen Dress, die ersten, grossen Jubel auslösten. Die bisherigen Trikots hatten schon jahrelang im Einsatz gestanden und können nun endlich entsorgt werden. 

Ein riesiger Dank gebührt an dieser Stelle den grosszügigen Sponsoren, Bauplan J. Merki, Würenlingen (FU17 Elite), der Kaufmann Kranservice GmbH, Oberhasli (FU19 Elite) und Antonia Crippa für die Rekrutierung und Unterstützung. Sie haben den Juniorinnen damit auch optisch einen elitewürdigen Auftritt beschert.

Der erste Gegner, Spono Nottwil, wurde als stärkstes Team in der Gruppe  gehandelt und stellten für die Wasserschloss-Mädchen daher gleich ein wichtiger Gradmesser für das Turnier dar.
Wohl hatten die Innerschweizerinnen den Aargauer Aussenseiter unterschätzt, denn sie  wurden sie zu Beginn von der Wasserschloss-Welle überrollt. Bis sie zum ersten Mal nach Luft schnappen konnten, führte die HSG Wasserschloss bereits 6:1 und baute den Vorsprung bis zur Pause noch um ein weiteres Tor aus (9:3). Die kurze Spielzeit von 2 x 12 Minuten lief gegen Spono und die HSG hielt weiter dagegen. Mit 6:5 wurde auch die zweite Hälfte gewonnen und ein beeindruckendes Resultat von 15:8 erzielt.
 
Der zweite Gegner, Yellow Winterhur, ebenfalls ein starkes und renomiertes Team, war den Aargauerinnen körperlich überlegen. Diesmal verpasste die HSG den Start und geriet schon früh in Rücklage. Die Deckung blieb zwar dank läuferischer Qualitäten stabil, aber im Angriff wurde das richtige Mittel, gegen die kompakten Winterthurerinnen nicht gefunden. Zur Pause lag man mit drei Toren hinten, im Handball kein Ding der Unmöglichkeit, das in kurzer Zeit aufzuholen. Die zweite Hälfte verlief jedoch weiterhin harzig für Wasserschloss und die Differenz wuchs auf 4 Tore bis 3 Minuten vor Schluss. Wohl jede/r in der Halle, hatte sich mit der Niederlage abgefunden und hoffte, das Torverhältnis würde nicht noch mehr leiden. Nicht so die Trainerinnen, die nun alles riskierten und mit Erfolg auf offene Fraudeckung umstellten. Bereits wenige Sekunden nach Wiederanpfiff eroberten sich die Juniorinnen der HSG durch gekonntes Stellungsspiel, den Ball und versenkten ihn sofort wieder im Netz der Gegnerinnen. Die grosse Lauf- und Kampfbereitschaft und der unbändige Wille zum Sieg liess Yellow Winterthur völlig aus dem Konzept bringen. Zwar reichte es nicht mehr ganz, aber das Unentschieden von 9:9 war, wie sich in der Endabrechnung herausstellte „Gold“ wert.
 
Die Rückschlüsse aus dem Yellow-Spiel und angesichts des nächsten Gegners TV Appenzell, welcher altersbedingt mit den diesjährigen sehr kleinen, aber flinken FU15Elite-Spielerinnen antrat, wurde ein Systemwechsel vorgenommen und die eigenen, schnellen Spielerinnen offensiv auf die Schlüsselpositionen vorgezogen. Der Plan ging auf und durch die körperliche Überlegenheit der Aargauerinnen kamen die Appenzellerinnen nie ins Spiel und lagen zur Pause mit 7:3 zurück. Die HSG zog danach bis auf 11:4 weg, wobei bei diesem klaren Stand auch die Konzentration merklich schwand und Appenzell nochmals etwas aufholen konnte zum 12:7 Endstand.
 
Nun war es klar. Die HSG Wasserschloss hatte es im letzten Gruppenspiel selber in der Hand, gegen den bis dahin punktelosen Eliteabsteiger KTV Visp, den Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen und mit dem ersten Gruppenrang, das direkte Elite-Ticket zu lösen.
 
Gesagt getan. Das Wasserschloss-Team bot nochmals eine konzentrierte, solide Leistung und liess nichts mehr anbrennen. Mit den Walliserinnen hatten sie zudem noch eine Rechnung offen, hatten sie doch ein Jahr zuvor unglücklich gegen diesen Gegner verloren, welcher dadurch. auf ihre Kosten, aufgestiegen war. Die Motivationsspritze verfehlte ihre Wirkung nicht und nach wenigen Minuten waren fünf Tore Vorsprung herausgeholt und der Pausenstand von 8:4 bereits die halbe Miete. Doch das Trainergespann mahnte jetzt weiter, nochmals zwölf Minuten vollen Einsatz zu leisten und jede Chance zu nutzen, die Differenz weiter auszubauen. Die Spielerinnen setzten, wie bereits das ganze Turnier, die Anweisungen hervorragend um. Zwar kamen die Visperinnen nochmals ein Tor näher, doch die HSG reagierte prompt darauf und führte zwei Minuten vor Schluss wieder mit fünf Toren. Dieser Moment konnte genutzt werden, den Ersatzspielerinnen, die bis dahin wenig oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren, und ihre Mitspielerinnen pausenlos lautstark unterstützt hatten, die Ehre zu erweisen und im Moment des Schlusspfiffs, angefeuert von der stehenden Bank und einem phantastischen Publikum, den Aufstieg auf dem Platz jubelnd zu feiern.